IMG_1794

#65 Vom Cockpit auf den Wanderweg

Nachdem sich die Skipperin vier Tage lang an Bord eingelebt hat, meldet sich der Bewegungsdrang. Also leihen wir uns kurzerhand ein Auto, um einige der Wandergebiete der Umgebung zu erreichen. Das Ergebnis: drei ausgedehnte, wunderschöne Touren an Land – und dazwischen immer wieder die unvermeidlichen, aber ebenso notwendigen Bootsarbeiten, die bei frühlingshaftem Wetter sogar Spaß machen.

Samstag, 07.03.2026 – Messolongi – Hafentag – Wanderung Galatas – Kryoneri

Hier geht’s zur Wanderung: https://www.komoot.com/de-de/tour/2814743558

Die Sonne lacht von einem blauen Himmel – es verspricht ein schöner Tag zu werden. Gegen 10 Uhr wird uns ein Leihwagen an die Marina geliefert. Nun sind wir wieder flexibel und wollen das gute Wetter für einen Ausflug samt Wanderung nutzen. Segelfreund Johan ist mit von der Partie. Wir fahren ca. 20 Kilometer Richtung Osten bis zum kleinen Dorf Galatas. Dort stellen wir das Auto ab und wandern am Fuße des sich majestätisch 917 Meter aus der Ebene von Mesolongi erhebenden Berges Varasova. Unterwegs erfreuen wir uns an verschiedenen Frühlingsboten und genießen die Aussicht über Tal und Golf. Die Fernsicht ist leider getrübt. Über das westliche Mittelmeer zieht eine große Wolke Saharastaub. Ein Ausläufer dieser Wolke hat sich zu uns verirrt. Es weht eine steife Brise aus Osten, aber auf der Westseite des Berges gehen wir im Windschatten und bei frühsommerlichen Temperaturen.

Beim kleinen Hafenort Kryoneri erreichen wir wieder Meeresniveau. Hier gibt es beeindruckende Steilwände, in denen wir ein paar Kletterer entdecken. Leider pfeift hier der Wind um die Ecke und unsere Picknickrast fällt daher etwas kürzer aus. Im Ort stolpern wir über ein paar verrostete Bahnschienen und einen Prellbock. Die Recherche im Netz klärt uns auf, dass zwischen Kryoneri und Agrinio von 1891 bis 1970 eine Schmalspurbahn verlief. Betriebsmittelpunkt mit Bahnbetriebswerk war Messolonghi – die Überreste haben wir als „Lost Place“ schon im Herbst fotografiert. Von Kryoneri gab es dann eine Fährverbindung nach Patras. Mitte der 90er Jahre versuchte man eine Instandsetzung der Bahn. Die Arbeiten wurden leider 2004 wieder eingestellt – schade. Für Segler mit Spaß am Wandern wäre das eine tolle Möglichkeit, schöne Wandergebiete in der Nähe zu erreichen!

Mit Rückenwind folgen wir nun dem Ufer des Golfes von Patras in Richtung Westen. An einer kleinen Küstennase treffen wir auf ein paar Kitesurfer, die uns mit tollkühnen Sprüngen beeindrucken. Der Rückweg führt dann durch die flache Ebene entlang von Wiesen mit Schilfgürteln, die uns etwas Windschutz bieten. Wider Erwarten finden wir in Galatas ein geöffnetes Café, was wir sofort für einen „Einkehrschwung“ und ein kühles Getränk nutzen.

Im Anschluss sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Auto, mit dem es zurück zur Venga geht. Unterwegs kommt eine Whatsapp mit der Frage nach dem morgigen Wochenbericht (#64). Oh Schreck, daran hatten wir ja gar nicht gedacht. Nun ist klar, was heute Abend (und Nacht) anliegt…

Sonntag, 08.03.2026 Messolonghi – Hafentag – Wanderung zu den Kakavos Wasserfällen

Hier geht’s zur Wanderung: https://www.komoot.com/de-de/tour/2814926149

Nach kurzer Nacht schaffen wir es tatsächlich fast pünktlich beim Morgenkaffee unsere Sonntagszeitung #64 zu veröffentlichen. Im Anschluss ist ein Ausflug zu den etwas nördlich von Messolonghi gelegenen Kakavos Wasserfällen geplant. Wir waren bereits vor einem Jahr mit Sohn Lukas und Freundin Carina dort (# ). Damals führte der kleine Bach kein Wasser, aber die Schlucht war trotzdem beeindruckend. Nach den starken Regenfällen in diesem Winter, hoffen wir nun auch den Wasserfall sehen zu können. Freund Johan. begleitet uns auch heute. Mit dem Auto fahren wir bis zu einer kleinen Kapelle. Von dort geht es auf schmalem Trampelpfad bis an den oberen Rand der Schlucht heran. Wir sind alle mit kurzen Hosen unterwegs und verfluchen diese Entscheidung schon nach wenigen Metern, denn das Gestrüpp rechts und links ist mit Dornen gespickt. Nach einiger Kletterei erreichen wir die östliche Felswand am Wasserfall. Hier war früher ein Steinbruch, wie an den Bohrungen in den Felsen erkennbar ist. Der Fels liegt in dicken Schichten und der letzte Anstieg bis zur Schlucht ist relativ flach und einfach. Dann fällt der Fels plötzlich super steil ab. Beim Blick über die Kante wird einem ganz schön mulmig. Werner traut sich etwas unterhalb auf schmalem Felsvorsprung bis an den oberen Wasserfall heran, der an seinem Fuß einen kleinen Pool bildet. Barbara und Johan umrunden den Wasserfall auf der obersten Ebene und fühlen sich bei dem atemberaubenden Ausblick ein bisschen, wie auf dem Dach der Welt.

Als nächsten Stopp haben wir uns eine weitere Schlucht herausgesucht. Allerdings gibt es auf dem Zuweg eine geschlossene Schranke an der es nicht weitergeht. Wir müssten einen riesigen Steinbruch durchqueren. Das ist erstens nicht gestattet und sieht zweitens auch nicht nach einer schönen Wanderung aus. Also kehren wir um und üben uns erneut im Einkehrschwung. Denn ganz in der Nähe liegt das Café/Restaurant Anatolis, in dem die Community zu Weihnachten ein gemeinsames Mittagessen zelebrierte. Wir haben nur die Bilder mit der tollen Aussicht über Messolongi in der WhatsApp-Gruppe gesehen und wollen nun hier ein Getränk nehmen. Unterwegs müssen wir stoppen, denn eine riesige Ziegenherde überquert die Straße. Wir schätzen es sind an die 100 Tiere und sie haben die Ruhe weg.

Auf dem Rückweg entscheidet die Skipperin spontan, dass der Tag noch zu jung zur Rückkehr zum Boot ist und leitet den Skipper Richtung Norden zu einem versteckten Juwel mit magischer Ausstrahlung in die Klissoura Schlucht. Durch diese Schlucht fuhr früher die Schmalspurbahn von Messolonghi nach Agrinio – heute verläuft hier die Nationalstraße 5. Am Eingang zur Schlucht sehen wir links über uns ein riesiges Kreuz. Es gehört zum Kloster Panagia Eleousa, das direkt am Schlucht Eingang liegt. Oberhalb des Klosters liegen zwei Kapellen, eine von ihnen ist beeindruckend in einer offenen Höhle direkt an den Fels gebaut. Dorthin wollen wir. Leider kommen wir etwas zu spät, die Sonnenstrahlen erreichen die Kapelle nicht mehr, aber der Ausblick ist trotzdem fantastisch.

Montag, 09.03.2026 – Messolonghi – Hafentag – Ausflug zur Vouraikos-Schlucht

Hier geht’s zur Wanderung: https://www.komoot.com/de-de/tour/2819337538

Durch die WhatsApp-Gruppe der Community lernten wir Matthias und Ute mit ihrer Matjes kennen. Die beiden saßen zufällig im gleichen Flieger von HH nach Athen, wie Barbara und so teilten wir uns die Kosten für den Leihwagen, mit dem Werner uns abholte. Auf dem Weg nach Messolonghi passierten wir den Ort Diakopto und Ute berichtete von einem Ausflug, den sie mit Freunden dorthin im Herbst unternahmen: „Schmalspurbahnfahrt und spektakuläre Schlucht“. Das klang so gut, dass wir diesen Ausflug mit unserem Leihwagen unbedingt machen wollen. Die erste Bahn am Morgen verlässt den Bahnhof von Diakopto pünktlich um 9:52 Uhr – wir brechen rechtzeitig um 8 Uhr auf. Diesmal sind wir zu viert unterwegs – Ute vervollständigt unser Kleeblatt. Die Odontotos-Zahnradbahn verbindet den Küstenort Diakopto seit 1896 mit Kalavryta auf ca. 760 Metern über dem Meer. Dafür windet sie sich über 22 Kilometer durch die Vouraikos-Schlucht. Sie passiert mehrere Tunnel und in den Fels gesprengte Abschnitte, fährt über diverse schmale Brücken und überquert dabei mehrfach den tosenden Fluss. Zu Beginn fährt sie auf Gleisen, erst wenn die Steigung zunimmt, wir auf Zahnradbetrieb umgeschaltet. Wir ergattern Sitzplätze im vorderen Bereich und können dem Zugführer über die Schulter schauen. Neben ihm sitzt ein Kollege, mit dem er ein Schwätzchen hält, aber nicht versäumt vor allen unbeschrankten Bahnübergängen, unübersichtlichen Kurven und Tunneln kräftig zu hupen. Einmal stoppt der Zug und der begleitende Kollege steigt aus, um einen größeren Stein aus dem Gleisbett zu entfernen. Steinschlag scheint zum Tagesgeschäft zu gehören. Wir fahren nicht bis zur Endstation, denn wir wollen den Rückweg zu Fuß bestreiten und da sind uns 22 Kilometer im Gleisbett dann doch etwas zu viel. So verlassen wir in Zachlorou den Zug zusammen mit ein paar Gleichgesinnten.

Von hieraus könnte man noch einen Abstecher zum Kloster Mega Spileon machen. Aber das sparen wir uns für ein anderes Mal auf. Es ist relativ frisch. Sowohl der tosende Fluss, als auch der Wind hat Kälte im Gepäck und so sehen wir zu, uns warm zu wandern. Aber immer wieder müssen wir stehen bleiben und dem tosenden Wasser zusehen oder die beeindruckende Streckenführung betrachten. Denn beim Gehen ist das nicht möglich. Da beansprucht das Gleisbett mit seinen Stolperfallen unsere ganze Aufmerksamkeit. In Deutschland wäre es undenkbar, dass ein europäischer Wanderweg knapp 16 Kilometer durch ein aktives Gleisbett führt. Für uns fühlt es sich anfangs noch irgendwie falsch an. Aber es hat seine Richtigkeit – wir kommen immer wieder an den Zeichen des Wanderweges vorbei. Vor der ersten Brücke stutzen wir dann aber doch. Das dort hängende Schild scheint den Durchgang zu verbieten. Aber einen anderen Weg, als über die Brücke gibt es nicht. Wir beschließen, dass nur gemeint sein kann, man soll nicht abseits der Brücke gehen… Insgesamt dreimal müssen wir neben dem Gleisbett warten, um einen Zug passieren zu lassen. Jetzt verstehen wir, warum er mit so ausdauerndem und so lautem Hupen sein Näherkommen ankündigt. Nur so kann er das Tosen des Flusses übertönen und sicherstellen, dass die Wandernden im Gleisbett rechtzeitig zur Seite treten.

Immer wieder fließen Bäche von den Seiten in die Vouraikos-Schlucht. Manchmal plätschernd über ein paar Steine, manchmal als Wasserfall. Licht und Schatten wechseln sich ab, das Wasser ist meist weiß von Gischt, in tiefen Pools aber auch türkisfarben. Nach einiger Zeit füllt das Tosen unsere Köpfe und es fühlt sich ein bisschen so an, wie das Dröhnen im Flugzeug. Rechts und Links des Weges blüht es üppig überwiegend in Lila (Silberblatt und Anemonen) oder in Gelb (Wolfsmilch und gelber Klee). Aber auch Spornblume, Wachsblume und Schneeballähnliche Blüten sind dabei.

An einem sonnigen und windgeschützten Plätzen machen wir ein Picknick – Pause.

Dann folgen die Tunnel, Brücken und spektakulär in den Fels gesprengten Abschnitte. Was bei der Bergfahrt trotz der gemäßigten Geschwindigkeit viel zu schnell vorbeiflog, kann nun wandernd bergab in Ruhe betrachtet werden – eine perfekte Kombination. Wir sind alle komplett begeistert! Nach knapp 16 Kilometern erreichen wir den Ausgang der Schlucht und unser Auto.

Zurück geht es erneut über Autobahn und Landstraße. Aber diesmal wählen wir die Fähre statt der Brücke über den Golf von Korinth und kommen so in den Genuss, dass beeindruckende Brückenbauwerk vom Meer aus betrachten zu können.

Dienstag, 10.03.2026 Messolonghi – Hafentag – Bootsarbeiten

Es ist der letzte Tag mit Leihwagen und daher steht sowohl der Großeinkauf bei Lidl auf dem Programm, als auch das Bunkern von Diesel. Es gibt hier leider keine Bootstankstelle, bei der man anlegen könnte und auf den langen Schwimmbrücken ist auch der Einsatz von liefernden LKW keine Option. Also muss der Diesel in Kanistern herbeigeschafft werden. Unser Tank ist deutlich weniger als halbvoll. Die Dieselheizung, die jeden Morgen das Boot aufheizen muss, verbraucht in Summe dann doch einiges. Doch bevor wir neuen Diesel einfüllen, wollen wir erstmal kontrollieren, ob sich nicht wieder Dieselpest gebildet hat. Also wird der Tank geöffnet und mit der Taschenlampe ausgeleuchtet. Tatsächlich finden sich an zwei Stellen schwarze Schlieren am Tankboden. Wir versuchen sie mit einem Scotchbritt-Schwamm zu entfernen, aber sie kleben zu fest. Nun gut, dann werden sie auch nicht so schnell in den Motor wandern können… Wir werden reichlich Additiv zugeben und den Vorfilter regelmäßig kontrollieren. Wir kippen die beiden 20 Liter Kanister in den Tank und dann fährt Werner insgesamt drei Mal zur Tankstelle und nimmt dabei gleich auch noch Johan und Ute mit, die auch Diesel brauchen.

Barbara widmet sich derweil dem Wäschewaschen und dem Reinigen des Kühlschranks bevor es dann zum Großeinkauf zu Lidl geht. Es geht uns dabei überwiegend um Getränke. Neben Unmengen an Wasser (still und laut) wird Wein, Prosecco, Bier und Tonic eingekauft. Aber auch Dosen mit Mais, Tomaten, Kidneybohnen, Champignons und Kokosmilch finden den Weg in den Einkaufswagen. Die Frischware holen wir dann am Freitag mit dem Fahrrad.

Mittwoch, 11.03.2026 Messolonghi – Hafentag – Bootsarbeiten

Heute werden die Proppen in der Scheuerleiste noch abgeschliffen und die letzten Kabel endgültig verlegt. Wir verkaufen unser altes Zodiak, denn wir haben nun ein fast nagelneues Beiboot, das die Luft zuverlässig hält. Werner montiert den Feuerlöscher und den Halter für den Staubsauger und Barbara verstaut sowohl das Radar, als auch den ausgebauten Wassermacher segelsicher. Außerdem starten wir einen Testballon bei der Reinigung des fleckigen Teakdecks. Wir behandeln mit dem empfohlenen Mittel Net-Trol von der Firma Watrol erstmal nur einen Bereich im Bug und eine Backskistendeckel am Heck. Mal sehen, wie das dann morgen aussieht, nachdem es abgetrocknet ist.

Abends genießen wir zusammen mit Johan ein leckeres Abendessen bei Dimitroukas, einer typischen griechischen Taverne in der Stadt, die sich durch eine besonders gute Küche auszeichnet. Es gibt mit scharfer Schafskäsecreme gefüllte Paprika, marinierte Achovis und Zucchinibällchen als Vorspeise und als Hauptgericht für die Männer Lamm aus der Kasserolle und für Barbara gegrillte Aubergine im Ofen mit Käse überbacken. Natürlich darf als Abschluss der lokale Ouzo nicht fehlen und der Wirt spendiert uns noch einen fruchtigen Nachtisch. Die tagsüber sommerlichen Temperaturen haben sich mit Sonnenuntergang verabschiedet und es ist recht kalt – einstellig. Wir sind froh, mit den Rädern unser schwimmendes Zuhause mit Dieselheizung schnell zu erreichen.

Donnerstag, 12.03.2026 Messolonghi – Hafentag – Bootsarbeiten

Morgens zeigt das Thermometer 8 Grad Außen- und 12 Grad Innentemperatur. Dank Dieselheizung wird es zumindest drinnen schnell warm. Nach draußen zieht es uns trotz Sonnenschein erst gegen 10 Uhr – dann steigt die Temperatur rapide und das Thermometer zeigt fast 20 Grad. Heute steht Großputz an Deck an. Die Versuchsflächen am Teakdeck sehen super aus und so macht Barbara sich an die Arbeit, dass gesamte Deck mit dem empfohlenen Reiniger zu behandeln, zu reinigen und gründlich zu spülen. Dann sind die Aufbauten dran. Hier werden als Erstes Schrammen und Streifen mit dem Schmutzradierer entfernt, mit reichlich Wasser und Bürste dem Saharastaub zu Leibe gerückt, dann mit speziellem Shampoo gereinigt, anschließend wieder gründlich gespült und am Ende nachpoliert. Werner widmet sich derweil dem Außenborder, der natürlich erstmal gar keine Lust hat. Unter sachkundiger Hilfe von Rob wird der Motor „auseinandergenommen“ und der Vergaser als Problempunkt entlarvt. Außerdem findet sich die undichte Stelle, die dafür verantwortlich war, dass der Motor im Herbst Benzin verlor und permanent unerwünschte Duftfahnen ins Cockpit schickte.

Als nächstes ist die Reinigung und Entkalkung des Wassertankes an der Reihe, wobei jeder Arbeitsschritt Einwirkzeit benötigt und immer wieder ein Befüllen und Entleeren des Tanks erfordert. Hartnäckiger Schmutz wird durch den geöffneten Tankdeckel manuell entfernt. Abends sind wir rechtschaffen müde und freuen uns über eine Einladung zum Sundowner ins Cockpit der „Isabelle af Wisby“ zu Johan.

Nun befinden wir uns definitiv im Endspurt. Alle entscheidenden „MustDo‘s“ sind erledigt. Ein paar kleinere Arbeiten fehlen noch, aber die kann man (theoretisch) auch unterwegs erledigen. Nur unsere Bootspapiere müssen wir noch zwingend morgen abholen, bevor wir Samstag in See stechen können.

Freitag, 13.03.2026 Messolonghi – Hafentag – Abschied von der Community

Wieder begrüßt uns ein kalter aber sonniger Morgen zusammen mit der Liste der ToDos. Nach dem obligatorischen Morgenkaffee kümmert Werner sich um die „Rückgewinnung“ unserer Bootspapiere. Statt lediglich die bezahlte eTepai zu kontrollieren und sich die Ausgabe der Papiere quittieren zu lassen, verlangt die Port Police erneut das Ausfüllen von Formularen, die auch nach den Namen seiner (längst verstorbenen) Eltern fragen. Die Griechen lieben Papiere. Bis die digitale Welt in allen Lebensbereichen Einzug erhält, werden noch Jahre vergehen! Aber am Ende hält Werner unsere Bootspapiere wieder in Händen – ein weiterer wichtiger Stepp zum Ablegen ist erledigt.

Barbara kümmert sich derweil um den „Hausputz“ unter Deck. Weniger Raum ist nicht gleichbedeutend mit weniger Arbeit! Bis so ein verwinkeltes Boot von innen gereinigt ist, vergehen Stunden. Parallel läuft eine weitere Waschmaschine. Nach dem mittäglichen Frühstück folgt dann noch eine Einkaufstour für die Frischware, bevor wir zu einer Dinghi-Tour in die Lagune aufbrechen. Die Skipperin möchte gern eine kleine Kapelle auf einer Insel besuchen. Leider zwingen uns Niedrigwasser und unüberwindliche Hindernisse zur Umkehr. Aber zumindest den Kanal hinter der Marina können wir ein Stück erkunden, bevor es Zeit für die Umkehr wird. Eines hat der Ausflug zumindest bewirkt: ein neu erwachtes Vertrauen in unseren Außenborder!

Nach einer Bootsführung und einem kurzweiligen Cockpitgespräch mit Marianne und Gerd (Eigner einer Sunbeam 37), ist es Zeit für die Abschiedsparty der Community. Das Sunset-Restaurant von „Mimi“ geht in eine Renovierungspause und vorher will die Community das Winterende gebührend feiern. Unter dem Motto „Let’s Sea“ finden sich insbesondere englische Mitglieder mit fantasievollen Kostümen ein. Die schlechte Akustik des Restaurants zwingt jeden dazu, seinen Nachbarn anzuschreien, statt ein normales Gespräch zu führen – das macht diese sonst so netten Abende leider sehr anstrengend! Hoffentlich wird während der Renovierung auch auf diesen Tatbestand geschaut. Wir ziehen uns für den „Absacker-Ouzo“ zusammen mit Ulrike und Stevy in unseren ruhigen Salon zurück und genießen den interessanten Austausch! Ziemlich angeschickert geht es nach Mitternacht zu Bett – das kann ja morgen heiter werden, wenn wir den Hafen endlich verlassen wollen!

Eine Antwort

Schreibe einen Kommentar zu Hans Uwe Matzen Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert