Ein Wochenende mit Gästen, zwei ganz unterschiedliche Inseln, Kopenhagen und schließlich wieder der Kurs nach Süden: Unsere Zeit im Öresund geht langsam zu Ende. Nachdem wir mit Lukas und Carina noch schöne gemeinsame Tage auf Ven und Flakfort verbracht haben, trennen sich unsere Wege – zumindest vorübergehend.
Während der Sommer in den Häfen langsam ruhiger wird, begleitet uns auf dem Weg zurück Richtung Süden ein ziemlich wechselhaftes Wetter. Mal Sonne und sommerliche Temperaturen, mal kräftiger Wind, Regen und sogar eine kleine Windhose. Dazwischen bleibt aber genügend Zeit für Radtouren, Stadterkundungen, gutes Essen und manche unerwartete Überraschung.
Und so beginnt nun endgültig die Heimreise – zunächst noch mit ein paar Tagen in und um Kopenhagen, dann mit längeren Schlägen durch die dänische Inselwelt.
Samstag, 15.08.2026 – Ven – Flakfort – 14 Seemeilen
Zu viert wollen wir eine Radtour über die Insel Ven machen. Dazu mieten Lukas und Carina zwei der 1.500 gelben Leihräder.



Unser erster Stopp ist das Tycho-Brahe-Museum. Der berühmte dänische Astronom erhielt die Insel 1576 von König Friedrich II., um hier den Sternenhimmel zu erforschen. Mit großem finanziellen Aufwand ließ er Uraniborg errichten – ein für seine Zeit außergewöhnliches Forschungszentrum mit Bibliothek, Werkstätten, Druckerei und einem Renaissancegarten.










Da das Fernrohr noch nicht erfunden war, beobachtete Brahe die Sterne mit bloßem Auge und riesigen Messinstrumenten. Weil selbst die Erschütterungen des prächtigen Palastes seine Messungen störten, ließ er schließlich das unterirdische Planetarium Stjerneborg bauen. Heute erinnern Museum, Garten und ein nachgebautes Planetarium an seine Arbeit. Als wir wieder herauskommen, haben sich inzwischen rund 50 Leihräder vor dem Eingang versammelt – die Fähre hat ihre ersten Tagesgäste ausgespuckt. Wir sind froh, früh unterwegs gewesen zu sein.
Von hier radeln wir weiter entlang der Radrundweges, der immer mal wieder ans Wasser hinunterführt, dann aber leider auch wieder hinauf. Es ist warm und sonnig und der Schweiß fließt. Wir kommen an den beiden anderen Häfen vorbei und staunen nicht schlecht, wie viele Boote und Leihfahrräder wir sehen. Überall lassen sich Familien oder kleinen Gruppen zum Picknick nieder. Wir machen einen „Waffelstopp“ an der St. Ibbs Kirche. Die Fertigstellung der Waffeln dauert, aber das Warten wird belohnt! Nach einem weiteren kurzen, etwas enttäuschenden Stopp an der Whisky-Brennerei, geht es zurück Richtung Boot. Hier gönnen wir uns ein erfrischendes Bad samt Süßwasserdusche, bevor wir ablegen zu unserem heutigen Ziel: Flakfort.










Der Wind bläst kräftig aus Nordwest und Jento läuft wieder sehr gut. Die größer werdenden Wellen surfen wir mit bis zu 7,5 Knoten hinunter. Im Hafen von Flakfort, einer zwischen 1910 und 1914 künstlich angelegten ca. 32.000 Quadratmeter großen Insel knapp 5 Seemeilen vor Kopenhagen, liegen bereits einige Boote im Hafen, aber wir finden einen Platz an der Außenmole mit der Nase im Wind. Kaum sind die Leinen fest, steht schon der Hafenmeister vor uns und kassiert 230 dänische Kronen. Hinweisschilder erinnern jeden Skipper daran, dass man sich innerhalb von 20 Minuten nach dem Anlegen im Hafenbüro melden muss. Da ist er uns nun schon zuvorgekommen. Wir freuen uns nach all den Automaten und Apps zur Bezahlung des Hafengeldes, mal wieder auf einen Hafenmeister zu treffen, der uns auch gleich erläutert, dass alles, was nicht abgesperrt ist auf der Insel, betreten und erkundet werden darf. Er empfiehlt dazu den Einsatz von Taschenlampen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und machen uns wenig später ausgestattet mit Stirnlampen und Taschenlampe auf den Weg, um die alte Festungsanlage zu erkunden. Teilweise ist das ganz schön spucky…















Im Anschluss gönnen wir uns einen Aperol in der Kuchenbude. Ohne sie ist es heute zu kalt im Cockpit. Die Männer zaubern ein leckeres Abendessen mir Quesadillas als Vorspeise und pikanten Nudeln als Hauptgericht. Zum Sonnenuntergang geht es nochmals auf die Festung mit bestem Ausblick nach Westen und auf die Skyline von Kopenhagen.






Für die zweite Nacht an Bord, bauen sich die Gäste ein Nest im Salon, unsere Luftmatratzen für das Cockpit haben gestern die Luft nicht gehalten und das führte zu „Verspannungen“…
Sonntag, 16.08.2026 – Flakfort – Margretheholms Havn – 7 Seemeilen
Der Wind hat die ganze Nacht in den Masten gepfiffen und bläst auch am Morgen noch kräftig aus West. Da der Wind eher noch zulegen soll, laufen wir nach dem Morgengetränk aus und segeln nur unter gereffter Genua in zwei Schlägen zurück nach Kopenhagen. Dabei müssen wir heute auf richtig viel Schiffs- und Bootsverkehr achten.



Weil sonntags an der Großbaustelle „Lynettenholmen“ nicht gearbeitet wird, steht die Brücke vor dem Hafen offen. Wir finden einen Platz mit der Nase im Wind, genießen unser Frühstück im windgeschützten Cockpit und machen uns auf den Weg zur Ersteigung des „Copenhills“ auf der Müllverbrennungsanlage. Knapp 500 sehr unterschiedlich tiefe Stufen führen uns neben der Piste bis zur Spitze auf 85 Metern Höhe. Auf der grünen Kunstrasenpiste versuchen einige Ski- und Snowboardfahrer ihr Glück. Leider ist das Cafe auf dem Roof top wegen eines demnächst stattfindenden Konzertes geschlossen. Von Oben können wir nun gut die Ausmaße des geplanten neuen Stadtteils „Lynettenholm“ ausmachen. Bisher ist nur eine Art Deich rundherum fertiggestellt. Im Innern der einmal 275 Hektar umfassenden künstlichen Halbinsel ist noch Wasser. Der neue Stadtteil wird die Fläche Kopenhagens um 3% vergrößern und soll Platz für 35.000 Arbeitsplätze und Wohnraum für 35.000 Einwohner schaffen. Geplante Fertigstellung ist 2070. Der Boden, der dafür benötigt wird, kommt von Baustellen riesiger Infrastrukturprojekte (U-Bahnbau, Tiefgaragen) in Kopenhagen und umliegender Region. Täglich erreichen die Baustelle ca. 300 bis 400 LKW-Ladungen.







Aber auch Richtung Stadt haben wir einen guten Blick. Nach dem Abstieg, der wegen der unterschiedlich langen Stufen viel Aufmerksamkeit verlangt, machen wir noch einen Abstecher zu Reffen mit seinen verschiedenen Streetfoodangeboten. Noch sind wir satt vom ausgiebigen Frühstück, aber am Abend kehren wir – nun wieder zu zweit – zurück und probieren sowohl die kurdische, als auch die afghanische Küche. Beides gut gewürzt und nicht zu scharf. Zum Abschluss gibt es ein Crêpe mit Ziegenkäse, Honig, Walnüssen, Spinat und einem Ei in der Mitte. Danach sind wir „genudelt“.





Montag, 17.08.2026 – Margretheholms Havn – Hafentag
Skipper Werner verlässt heute das Boot, um mit dem Fahrrad zum Flughafen Kopenhagen zu radeln und von dort über München nach Stuttgart zu fliegen – so zumindest der Plan. Allerdings macht ihm in München das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Es gibt ein Gewitter mit Starkregen, der den gesamten Flugverkehr durcheinanderbringt. Er darf den Flieger nach der Landung nicht verlassen, da das Bodenpersonal wegen des Wetters nicht auf das Rollfeld darf. Zwar kann seine Anschlussmaschine nach Stuttgart auch nicht starten, wird dann aber ganz gestrichen und am Ende muss er mit dem Mietwagen nach Stuttgart weiterreisen.



Skipperin Barbara kümmert sich derweil nun um das regelmäßige Dieselabpumpen aus der Motorbilge (morgens und abends), erledigt die Wäsche und fettet die Dichtungen der Luken, denn beim nächtlichen Regen hat es über der Bugkoje durchgeleckt. Nach Erledigung der Arbeiten schwingt sie sich auf ihr Rad und lässt sich durch Kopenhagen treiben. Am Nachmittag freut sie sich über ein Treffen mit ihrem Patensohn, der in Kopenhagen studiert und arbeitet und Interessantes zur Stadt erzählen kann.

















Am Abend folgt noch ein kleiner Rundgang in Hafen und angrenzendem Viertel für ein paar Nachtaufnahmen, bevor es nach dem Berichtschreiben in die Koje geht.




Dienstag, 18.08.2026 – Margretheholms Havn – Hafentag
Nach dem Morgenkaffee geht es früh mit dem Rad los in Richtung Innenstadt. Für heute stehen ein paar Ziele auf der Liste, die noch von den Tipps unseres Stadtführers bei der Hafenrundfahrt vor zwei Wochen stammen. Zuerst führt der Weg zur Nationalbibliothek, in der Hoffnung das Glitzern des schwarzen Diamanten im Morgenlicht auf ein Foto bannen zu können. Aber leider ist es zu bewölkt und nur ein paar Spiegelungen können eingefangen werden. Weiter geht es zum Rosenborgslot samt Rosengarten, zum Botanischen Garten, zum Kastellet und zur Stippvisite der „entnervt“ dreinblickenden Meerjungfrau.


























Mittlerweile ist es Mittag und der Magen verlangt nach Nahrung. In einem Supermarkt in der Innenstadt wird ein Picknick eingekauft und weiter geht die Tour zum Strand von Kopenhagen, Amager Strandparken. Unterdessen ist die Sonne immer mehr herausgekommen und der Strand ist menschenleer. Mit weitem Blick und unter strenger Beobachtung zweier gieriger Möwen kann das Picknick in aller Ruhe verzehrt werden. Im Anschluss noch ein kleiner Einkauf und dann zurück zum Boot zu einer ausgiebigen Wohneinheit im sonnigen Cockpit.






Die Ruhe hat ein Ende, als ein Bootsnachbar endlos lange seine Maschine laufen lässt. Dann kann ja auch noch der letzte Punkt auf der Liste in Angriff genommen werden. Das Biomasse-Kraftwerk neben der Müllverbrenungsanlage. Es wird abends mal farblich und mal mit sich bewegenden weißen Lichtern illuminiert, die das Glitzern des Mondes auf den Wellen zu imitieren scheinen. Die Anlage verbrennt nachhaltig erzeugte Holzspäne zur effizienten Erzeugung von Fernwärme und Strom. Die Außenhülle ist von einem sechs Meter tiefen „Vorhang“ aus vertikal aufgehängten Baumstämmen umgeben, was den visuellen Eindruck eines dichten Waldes erwecken soll.



Spät abends kommt Skipper Werner von seinem „Ausflug“ nach Stuttgart zurück. Obwohl er erst nach den Flensburger Kollegen in Stuttgart startete, ist er vor ihnen zuhause. So eine gute Anbindung mit dem Rad zum Airport hat schon seine Vorteile.
Mittwoch, 19.08.2026 – Margretheholms Havn – Dragør –
Für heute ist Südwind und viel Regen vorhergesagt. Da die Brücke im Margretheholms Havn ein „limitierender“ Faktor bei der Törnplanung ist, wollen wir heute zumindest den Hafen verlassen und unter Maschine nach Dragør laufen. Das sind nur sieben Seemeilen und sollte also in unter 1,5 Stunden zu schaffen sein. Beim Verlassen des Hafens zeigt unsere Windanzeige 5-6 Knoten Südwind an. Kaum sind wir nach Süden abgebogen, frischt er auf. Auch Welle und Strom stehen uns entgegen. Aus der normalen „Marschfahrt“ von 5,5 Knoten werden so anfangs 4,5 Knoten Fahrt über Grund. Auch noch ok. Aber der Wind frischt auf und die Gegenströmung nimmt zu. Zeitweise kommen wir nur noch mit 2,5 Knoten über Grund voran und im Regenschauer erwischen uns Böen mit 21 Knoten. Nun ist die Sicht gleich null, wir schalten die Positionslichter ein und sind froh über unser aktives AIS. Im Minutentakt donnern die Flugzeuge über unseren Köpfen Richtung Flughafen Kopenhagen-Kastrup. Als nur eine halbe Meile neben uns eine kleine Windhose durchgeht, freuen wir uns, unter Maschine unterwegs zu sein. Nach ziemlich genau 2 Stunden erreichen wir Dragør und finden einen Liegeplatz mit der Nase im Wind. Beim Anlegen erfahren wir, dass die Windhose direkt über den Hafen gelaufen ist und dabei Windgeschwindigkeiten von 50 Knoten gemessen wurden. Da hatten wir richtig Glück, dass sie uns nicht auf dem Wasser erwischt hat! Schnell wird die Kuchenbude aufgebaut, denn spätestens in zwei Stunden kommt die Hauptregenfront mit ergiebigen Schauern hier an. Es reicht gerade noch für einen kleinen Ortsrundgang mit Einkauf bei Bäcker und Fischräucherei.








Gegen Abend reißt der Himmel auf. Nun sieht Dragør aus wie frisch gewaschen. Die hübschen gelben Häuser des alten Fischerdorfes leuchten zwischen ihren roten Dächern und schwarzen Sockeln. Auf den Stockrosen glitzern die letzten Regentropfen mit dem nassen Kopfsteinpflaster um die Wette! Dragør erlebte seine Blütezeit im 18. Und 19. Jahrhundert, als es zeitweise eine der größten Segelschiffsflotten Dänemarks beheimatete. Die gelbe Farbe der Häuser war damals ein Zeichen von Wohlstand, denn sie entstand durch die Beimischung von gelbem Ocker, der dem weißen Kalk beigemischt wurde. Heute regelt ein strenger Denkmalschutz, dass es bei der Farbe bleibt. In der Altstadt stehen an die 70 Häuser unter Denkmalschutz. Im 20. Jahrhundert erlebte Dragør erneut eine Blütezeit, da es ein bedeutender Fährhafen ins schwedische Limhamn war. Damals kamen die Schweden, um im günstigeren Dänemark einzukaufen. Das Endete mit dem Bau von Tunnel und Brücke über den Öresund.











Morgen soll der Wind anfangs aus Westen, später aus Südwesten wehen. Unser Ziel ist der Bøgestrøm, was einen Süd-Süd-Westkurs bedeutet. Daher wollen wir möglichst früh starten, um mit maximaler Höhe und möglichst wenig Kreuzschlägen die Einfahrt zu erreichen. Also heißt es heute: rechtzeitig in die Koje!
Donnerstag, 20.08.2026 – Dragør – DT-Boje 92/Bøgestrøm – 45 Seemeilen
Der Wecker klingelt um 6:00 Uhr. Es gibt ein warmes Morgengetränk, während Skipper Werner die Kuchenbude und die Vorschiffpersenning einpackt. Um sieben laufen wir aus. Die Sonne lugt hin- und wieder zwischen den Wolken heraus, aber es ist kalt. Die Wassertemperatur sinkt, je weiter wir auf die Køgebucht hinaussegeln. Als Tiefsttemperatur messen wir 13,8°C. Wir können Stevensklint anliegen. Die Kalkküste wächst aus dem Horizont heraus. Nach passieren dieser Steilküste müssten wir etwas anluven, um die Zufahrt zum Bøgestrom anliegen zu können. Aber nun beginnt der Wind südlicher zu drehen und zwingt uns abzufallen. Ein Kreuzschlag reicht allerdings aus, um die Zufahrt zu erreichen, an der wir die Genua erstmal einrollen, weil das schmale Fahrwasser nun überwiegend gegen den Wind führt. Der Bøgestrøm ist extrem flach und das betonte Fahrwasser hat eine geringe Solltiefe von nur zwei Metern. Überall sehen wir Unmengen schwimmender Schwäne – immer ein sicheres Zeichen für Flachwasser. Nur an wenigen Stellen kann man das Fahrwasser verlassen. Als es in Richtung Südosten abbiegt, rollen wir die Genua wieder aus und können nochmals etwas segeln. Wenig später wachsen im Südwesten dunkle Wolken in den Himmel. Das Regenradar von WetterOnline zeigt eine Gewitterwolke, deren Ausläufer uns streifen sollen. Eigentlich hatten wir einen Ankerplatz nördlich der Insel Tærø als Ziel der Route gesetzt. Nun sehen wir an Steuerbord ein Boot vor Anker und erinnern uns, dass dort auch zwei Mooringbojen der Dansk Tursejleren liegen sollen. Mit dem Fernglas suchen wir die Küste ab und finden sie – beide sind frei und wir machen an der ersten Boje fest, als die ersten Regentropfen fallen.




Statt Einlaufbier gibt es Kekse unter Deck und eine Wohneinheit, bevor Skipper Werner aus den restlichen Vorräten ein leckeres Nudelgericht zaubert. Eigentlich wollten wir gestern in Dragør noch einkaufen, aber der uns bekannte Netto in Hafennähe existiert nicht mehr. Er ist in den Speckgürtel des Ortes umgezogen. Dahin wäre es ein Fußmarsch von mindestens 20 Minuten gewesen – bei drohendem Regen hatten wir dazu wenig Lust. Also gibt es heute, was die Vorratskisten in der Bilge noch so hergeben: Nudeln, Kabanossi, gehackte Tomaten, Mais, Zwiebeln, Knoblauch und reichlich Raspelkäse!
Freitag, 21.08.2026 – DT-Boje 92/Bøgestrøm – Karrebæksmindre Ydrehavnen – 32 Seemeilen
Die Nacht war ausgesprochen ruhig. Nachts gab es ordentlich Tau, das Cockpit ist nass, aber die Sonne scheint. Zum Morgengetränk ist zumindest eine Sitzbank schon abgetrocknet und wir können von dort ein Reh am Ufer im Schilfsaum beobachten. Der Wind weht aus (süd) westlicher Richtung und die Strömung kommt uns ebenfalls entgegen. Also fahren wir unter Maschine und passieren dabei nacheinander vier Brücken: die Dronning Alexandrines Bro bei Kalvehave mit einer Höhe von 25 Metern, die Farøbro zwischen Faro und Seeland mit einer Höhe von 20 Metern und die alte und neue Storstrømbrücke mit Höhen von 25 und 24 Metern.











Mit Erreichen des Smålandsfahrwassers können wir segeln. Der Wind dreht weiter südlich und mit 6-7 Knoten kommen wir auf eine Reisegeschwindigkeit von 4,5 Knoten. Das ist ganz ok. Im weiteren Tagesverlauf schwächelt er kurz, um dann auf 12-14 Knoten zuzulegen. Ohne Kreuzschlag können wir die Untiefentonne nördlich von Knudshoved Odde anliegen und danach abfallen und mit achterlichem Wind nach Karrebæksminde laufen. Von See sieht es aus, wie Klein-Dragør – gelbe Häuser mit roten Dächern. In der Hafenzufahrt und im Kanal steht eine ordentliche Welle. Die Windwelle drückt direkt in die Zufahrt und eine kräftige Strömung aus dem Nor kommt ihr entgegen. Das produziert eine steile hohe Welle. Wir surfen in die Einfahrt und entscheiden uns spontan für den an steuerbord liegenden „Ydrehavnen“. Auf dieser Seite sieht die Welle etwas flacher aus. Dort finden wir recht weit innen einen freien Liegeplatz, an dem uns hilfreiche Hände am Steg nicht nur die Leinen annehmen, sondern auch gleich einen zu viel gekauften Liegeplatzaufkleber übergeben. So schnell hatte Jento noch nie den Nachweis einer bezahlten Liegeplatzgebühr am Bugkorb! Der Preis ist liegt bei 230 DKR und ist damit der Gleiche, wie beispielsweise auf Flakfort, wo wir weder Strom noch Duschen vorfanden.




Unser erster Gang führt uns zur „Heuschreckenbrücke“, die gerade öffnet. Nun können wir beobachten, wie die durchfahrenden Boote auf den Wellen surfen und „eiern“. Die an der Spundwand entlanglaufenden Wellen sehen aus, als könne man sie mit einem Surfboard abreiten. Der Ort sieht sehr einladend mit seinen vielen Fischrestaurants am Kanal aus – wir sind positiv überrascht und beschließen spontan, auch morgen hier zu bleiben, um Ort und Umgebung zu erkunden. Nach einem Einkauf bei Spar, genießen wir ein Anlegegetränk im sonnigen Cockpit. Die nächste positive Überraschung erlebt Skipper Werner, als er die Duschen aufsucht – es sind die bisher luxuriösesten der ganzen Reise und kosten nichts extra. Eine kleine Reparatureinheit am Rande muss er allerdings abends auch noch erledigen. Wir haben keinen Landstrom an Bord, obwohl es bei den Nachbarn funktioniert. Es muss also an uns liegen. Skipper Werner zerlegt daraufhin unser Landkabel und stellt fest, dass die Kontakte des Steckers auf der Bootsseite total korrodiert sind. Zum Glück ist ein Ersatzstecker an Bord!











